Auch wenn wir den Lehmann-Garten noch bis Ende Oktober für Besucher geöffnet haben, ist ein Termin im September alljährlich der herbstliche Höhepunkt der Gartensaison. Der Tag des offenen Denkmals war für uns auch in diesem Jahr Anlass, den Garten zu öffnen.

Moosrose
Moosrose

Unsere Gärtnerin Cordula hatte in wochenlanger Arbeit auf den Tag hingearbeitet und so bot sich den Besuchern ein gepflegtes, vom Regen frisch gewaschenes, buntes herbstliches Bild zum Genießen und Entdecken. Besonderes Interesse fanden die in Zusammenarbeit mit dem NABU im August gepflanzten Orchideen und so mancher Gartenfreund kündigte an, im Frühling zur Blütezeit auf jeden Fall wiederzukommen. Die neu in den Garten eingezogene Eichenblatt- Hortensie gab schon einen Vorgeschmack auf ihre großartige Laubverfärbung, Sonnenblumen, Tagetes, Rudbeckien und Dahlien setzten leuchtend bunte Farbtupfer. Zum Naschen verführten die kleinen ovalen Früchte der mexikanischen Minigurke, der Duft von Szechuanpfeffer, Anis-Ysop und chinesischem Gewürzstrauch überraschte die schnuppernden Nasen.  Am Giftbeet wurde gestaunt und gefachsimpelt über die Schönheit und Giftigkeit von Herbstzeitloser, Rizinus und Stechapfel. Vor dem Gedenkstein für Gustav Lehmann kamen wir mit Interessierten ins Gespräch über die wechselvolle Geschichte und botanische Bedeutung des Gartens.

Und kein Besucher verließ den Garten ohne die Frage nach der Zukunft des Gebäudekomplexes. Im Garten stehend hat man einen schönen Blick über die neu gedeckten Dächer auf Schulhaus und Turnhalle und das kleine, kürzlich gekrönte Ecktürmchen. Wir waren dankbar, dass der Förderverein Joachimsthalsches Gymnasium e.V. seine Mitglieder an dem Tag in den Garten eingeladen hatte. So ließen sich viele Fragen bei Kaffee und Kuchen aus kompetentem Mund beantworten. Trotz der großen derzeitigen Probleme vermittelten die Gespräche die Hoffnung, dass es für das Gebäudeensemble und den Lehmann-Garten eine Perspektive geben kann und muss.

 

 

Fotos: C. Lick