Bereits 600 v.Ch. bezeichnete die griechische Dichterin Sappho die Rosen als „Königin der Blumen“, dieser Begriff ist heute noch in aller Munde. Rosen wurden im antiken Griechenland sehr verehrt, beispielsweise bekränzten die griechischen Städte ihre siegreich heimkehrenden Soldaten mit diesen.

In der griechischen Götterwelt wurde die Rose zum Attribut der Liebesgöttin Aphrodite, sie steht als Symbol für Liebe und Schönheit. In der römischen Kaiserzeit haftete der Rose bald der Makel der Dekadenz und Lasterhaftigkeit an, da König Nero bei seinen legendären Festen zum verschwenderischen Umgang mit Rosen bekannt war. Unter anderem rieselten Rosenblüten und Rosenöl von der Decke, wurde rosenduftender Wein kredenzt und in Rosenwasser gebadet.

Im Mittelalter findet die Rose in der Architektur des Kirchenbaus eine Entsprechung. In gotischen Kathedralen findet man als Blickfang im Westportal die Rosette, das Rosenfenster, das wie die Blütenblätter einer offenen Rose angeordnet ist. Ebenso ist die Rose ein häufig abgebildetes Symbol auf Wappen, Münzen und Bannern.

Die seefahrenden Nationen, allen voran die Engländer und Holländer, brachten im 16. und 17. Jh. die Zier- Rose aus dem fernen Osten nach Europa. Die wohl berühmteste Rosen- Liebhaberin war Kaiserin Joséphine, die Ehefrau des französischen Feldherrn und Kaisers Napoleon Bonaparte. Anfang des 19. Jh. ließ die Kaiserin in ihren prächtigen Gärten rund um das Schloss Malmaison alle damals bekannten Rosenarten anbauen. Das waren zum Zeitpunkt ihres Todes 250 verschiedene Sorten. Eine Reihe von Kupferstichen zeigten ihren artenreichen Rosengarten und sollten die Nachkommenschaft an ihrer Leidenschaft für Rosen teilhaben lassen.

Bis heute hat sich nichts an der Liebe, Leidenschaft und Symbolkraft für Rosen geändert. Die internationale Rosenzucht hat sich stark weiterentwickelt. Der Rosenbauer David Austin erzielte große Erfolge mit seinen englischen Rosen, die in Farbe und Form auf die alten Rosen zurückgehen. Mehr als 30000 Rosensorten gibt es heute.

Zimtrose

Die Zimtrose, Rosa majalis ist eine alte Zierpflanze und blüht sehr zeitig im Jahr, bereits im Mai. Ihre Kronblätter sind kräftig rosa bis karminrot, die Blüten sind zwittrig und haben einen Durchmesser von etwa 5cm. Die Blüten verbreiten einen leichten Duft, der aber nicht wie häufig vermutet nach Zimt riecht. Der Name Zimtrose leitet sich eher vom glänzend braunroten Stamm ab. Im Herbst findet man die dunkelroten Früchte, die Hagebutten. Die Hagebutten sind zur Marmeladen- oder Teezubereitung geeignet, da diese reich an Vitamin C sind.

Zimtrose
Zimtrose

Moosrose

Die Moosrose, Rosa x centifolia ist wohl die altmodischste aller Alten Rosen. Als Einführungsjahr wird 1724 vermerkt. Die Blütenfarbe ist rosa mit aufhellendem Rand. Die Blütenstiele, Kelchbecher und Kelchblätter sind mit Drüsenborsten besetzt, sodass der Eindruck entsteht die Pflanze sei „bemoost“. Das grüne oder bräunliche Moos duftet harzig und verstärkt den schweren Duft der Blüten. Die Moosrose mit ihrem auseinanderfallenden, meist hängenden Wuchs entwickelt eine faszinierende Blütenschönheit.

In dem Buch „Begegnung mit Rosen“ von Alma de L´Aigle aus dem Jahr 1977 heißt es:

„…Einer Zentifolie ist es eines Tages eingefallen, eine Mutation zu bilden, indem sie sich mit kleinen grünen Fasern wie Ästelmoos geschmückt hat, vor allem an den Kelchblättern. Kelchblätter von Rosen neigen ja immer leicht zu Verästelungen, aber so hat es vorher noch keine gegeben. Das war in Holland, Ende des 18. Jahrhunderts, und seitdem ist die Moosrose nicht ausgestorben. Es hat ja auch einen ganz besonderen Reiz, daß so eine wölbig- rundlich gebaute Zentifolie ihre Blüten einbettet in ein Kissen von feinen Moosfasern, die fast noch schöner duften als die Blüte selbst….“

Moosrose
Moosrose

Essig- Rose

Die Essig- Rose, Rosa gallica ist schon einmal in unserem Blog beschrieben worden. (Blog Juni 2024)

Essig-Rose
Essig-Rose

Teehybride- Rosa „Ernest H. Morse“

Diese Rose ist eine Edelrose, die 1964 von Reimer Kordes gezüchtet wurde. Sie hat gefüllte Blüten in leuchtendem Rot mit starken Blütenstielen. Die Blüten haben einen starken Duft. Die Wuchshöhe beträgt 90cm, die Breite 60cm. Bezeichnet wurde sie als eine der besten der Kordes Teehybriden, der Vater Wilhelm II hatte von dem Sämling gemeint: „Diesen Kohlkopf kannst Du nur nach Kilo verkaufen, die ist zu dick gefüllt.“ Reimer züchtete seine „Königin“, die seine Lieblingszüchtung war, trotzdem weiter und diese Rose bekam sogar das ADR- Prädikat. (Allgemeine Deutsche Rosenneuheitenprüfung)

Die Rose wurde nach Ernest Henry Morse benannt, der 1859 geboren wurde und ein enger englischer Freund der Familie Kordes war. Seine Firma vertrieb die Kordes- Rosen auf dem englischen Markt.

Teehybride- Rosa „Ernest H. Morse“
Teehybride- Rosa „Ernest H. Morse“

Fotos: Cordula Lick