In diesem Vegetationsjahr haben wir einige besondere Lupinen, Bohnen und Erbsen aussäen können, von denen wir zwei (Knehdener Weißlupine, Dicke Bohne Karmesin) beim VERN e.V. Greiffenberg erwerben konnten. Auch wenn die Pflanzen zum größten Teil schon verblüht sind, so kann man dennoch deren Früchte mit den Samen im Lehmann- Garten anschauen.

Diese Pflanzen gehören zur Familie der Fabaceae oder Leguminosae, den Hülsenfruchtgewächsen. Es sind Kräuter oder Sträucher, deren Blätter wechselständig und meist gefiedert oder 3zählig sind, seltener gefingert oder ungeteilt. Sie besitzen Nebenblätter, die Blüten sind zwittrig und 5zählig und meist in Trauben, radiär (Blüte hat mehr als zwei Spiegelachsen) oder dorsiventral (Blüte mit nur einer Spiegelachse) angeordnet. Die Früchte sind Hülsen, daher der Name. Die Blüten werden als Schmetterlingsblüten bezeichnet: das obere , vergrößerte Kronblatt ist die Fahne, die beiden seitlichen sind die Flügel, die beiden unteren zum Schiffchen verwachsen, selten sind alle Kronblätter verwachsen. Sie besitzen 10 Staubblätter, deren Fäden alle zu einer Röhre verwachsen sind oder 9 zu einer Röhre verwachsene und 1 freies Staubblatt. Die Schmetterlingsblütengewächse werden von Insekten bestäubt und bilden eine Symbiose mit stickstoffbindenden Bakterien in Wurzelknöllchen. Die Samen sind oft hartschalig. (nach Rothmaler: Exkursionsflora von Deutschland)

Im Lehmann- Garten sind die folgenden Schmetterlingsblütengewächse in diesem Jahr zu finden:

Knehdener Weißlupine

Die Knehdener Weißlupine, Lupinus albus L., ist eine Art, die aus der kleinen märkischen Saatzucht Knehden bei Templin von vor 1945 stammt.  Die Blüte ist bläulich weiß, die Pflanze ist einjährig, ca. 1m hoch und sehr spät reifend. Diese Pflanze ist als Gründüngung geeignet, aber auch ebenso schmückend in einem Blumenbeet.


Blaue Lupine

Die Blaue Lupine, Lupinus angustifolius L., ist eine Süßlupine mit der geringsten Anfälligkeit für die Pilzerkrankung Anthraknose und findet  in der Tierernährung und in der Nahrungsmittelproduktion Verwendung. Die ersten bitterstoffarmen Sorten der Blauen Lupine sind erst seit 1997 zugelassen. Sie sind wichtige Eiweißlieferanten mit einem hohen Rohproteingehalt.


Dicke Bohne Karmesin

Die Dicke Bohne Karmesin, Vicia faba L. ist eine zierliche Sorte mit einer Wuchshöhe bis 1m. Die Blüten sind leuchtend rot, die Hülsen verfärben sich dunkelbraun bis schwarz und enthalten grüne Körner, die auch beim kochen grün bleiben. Die Dicke Bohne wird seit über 3000 Jahren in Europa angebaut und war wegen des hohen Stärke- und Eiweißgehalts ein Grundnahrungsmittel für Mensch und Vieh. Zunehmend wurde sie von der Gartenbohne und der Kartoffel vom Speiseplan verdrängt. Seitdem wird sie als Arme- Leute- Essen und Viehfutter bezeichnet, was auch diverse Namen wie  Pferdebohne, Saubohne oder Viehbohne belegen.


Russische Erbse

Die weißblühende Russische Erbse, Pisum sativa wird bis 1,2 m hoch und benötigt eine Rankhilfe. Die gelben Trockenerbsen können frisch als Gemüse oder als Lagererbse gut in Eintöpfen verwendet werden.


Erbse – Viktorianische Purpurrote Hülse

Die Viktorianische Purpurrote Hülse, Pisum sativa ist eine alte Sorte mit einem sehr hohen Wuchs von 1,5- 2m. Sie blüht violett und bildet schöne blaue Hülsen. Die grünen Kerne können ausgelöst frisch verzehrt werden oder ausgereift als Trockenerbse verwendet werden.


Zuckererbse/ Kaiserschote

Die Zuckererbse/ Kaiserschote, Pisum sativum ssp. sativum hat eine flache Hülsenfrucht, da die Erbsensamen noch kaum entwickelt sind.

Der Geschmack ist angenehm süß, ihre Konsistenz knackig- frisch. Da die Zuckererbsen keine Pergamentschicht in der Hülse haben, kann man das Gemüse frisch und roh im Ganzen essen, sowohl in Salaten als auch gedünstet oder gebraten als Beilage. Im Französischen heißt die Zuckererbse auch Mange- tout= „iss alles“.


Erbse – Ostpreußische Peluschke

Die Erbse Ostpreußische Peluschke, Pisum sativum ssp.sativum  ist eine schnell wachsende rankende bis 1m hohe Pflanze. Sie blüht violett und hat gesprenkelte Samen.

Fotos: Cordula Lick