Im Alltagsleben teilen wir das Jahr in vier Jahreszeiten ein: Frühling, Sommer, Herbst und Winter. Langjährige Beobachtungen und Registrieren des Beginns wesentlicher Entwicklungsstadien der Pflanzen, wie die Blattentfaltung, die volle Belaubung, das Auftreten der ersten Blüten, die Vollblüte, die Färbung des Laubes und die Reife der Früchte haben die Einteilung des Jahres in phänologische Jahreszeiten ermöglicht. Anders als bei den astronomischen und kalendarischen Jahreszeiten liegen die phänologischen Jahreszeiten nicht auf den Tag genau fest, sondern sind abhängig von den Jahr für Jahr zu unterschiedlichen Terminen einsetzenden Veränderungen in der Natur. Deshalb sind jeder phänologischen Jahreszeit Zeigerpflanzen zugeordnet.

Der Vorfrühling beginnt mit der Blüte von Hasel und Schneeglöckchen, dann folgen Märzenbecher und Huflattich und endet mit der Blüte der Saalweide. Sobald das Weiße Buschwindröschen seine Blütenpracht zeigt, beginnt schon der Übergang zur nächsten Periode.

Der Erstfrühling zeigt zu Beginn die Blüte der Forsythie sowie von Beerensträuchern wie der Stachelbeere und von Obstbäumen wie Kirsche, Pflaume und Birne, von Schlehe und Ahorn. Birke und Buche zeigen ihre Laubentfaltung. Auf den Feldern erfolgt nach dem Abtrocknen der Erdoberfläche die Aussaat des Sommergetreides. Wenn die Sumpfdotterblumen ihre Blüten öffnen, werden Kartoffeln gelegt und später kommen Futter- und Zuckerrüben in den Boden.

Im Vollfrühling blühen Apfel, Flieder und Rosskastanie und das Laub von Eiche und Hainbuche entfaltet sich. In den Nadelwäldern kann man den Maitrieb beobachten. In der Landwirtschaft stehen Pflegearbeiten an, zu denen u.a. die Unkraut- und Schädlingsbekämpfung sowie  das Häufeln der Kartoffeln zählen.

Im Frühsommer sind die Blüte von Holunder, Roggen und Robinie und der Blütehöhepunkt von Wiesen und Getreidefeldern zu sehen, die erste Heumahd erfolgt am Ende des Frühsommers.

Die ersten reifen Früchte der Süßkirsche künden den Hochsommer an, die Linde blüht und die Johannisbeeren und Winterroggen reifen.

Der Spätsommer beginnt mit der Ernte des Winterroggens, es folgen Sommergerste, Winterweizen und Hafer. Die Reife früher Obstsorten und der Eberesche schließt sich an und die zweite Heumahd erfolgt. Besonders erwähnenswert ist die prachtvolle Heideblüte in dieser Zeit.

Im Frühherbst zeigen sich die Blüte der Herbstzeitlosen, die Reife von Holunder und Rosskastanie und der Höhepunkt der Obsternte ist erreicht. Winterraps und Wintergerste werden ausgesät.

Mit dem Drillen des Winterroggens und des Winterweizens beginnt der Vollherbst, die Kartoffeln werden geerntet und das Laub verfärbt sich.

Die abziehenden Rauch- und Mehlschwalben weisen auf den Spätherbst hin, von den Bäumen fallen die Blätter, die letzten Hackfrüchte werden geerntet. Die Vegetationszeit neigt sich dem Ende.

Phänologisch ist der Winter dann gekommen, wenn in einer Höhe von 2m über der Erdoberfläche die Tagesmitteltemperatur unter 0°C liegt. Diese ältere Beschreibung ist wahrscheinlich wegen der Klimaveränderungen nicht mehr ganz eindeutig. Es ist die Periode zwischen dem Ende der Vegetationszeit und der Haselblüte und beginnt mit dem Auflaufen des Winterweizens.

Die Bilder, aufgenommen am 14.04.2026, zeigen, dass wir uns im Moment zwischen Vorfrühling und Erstfrühling befinden.