„Leben ist nicht genug“, sagte der Schmetterling…

Sonnenschein, Freiheit und eine kleine Blume gehören auch dazu.“

(Hans- Christian Andersen)

Besucht man im Moment den Lehmann- Garten kann man frei nach diesem Motto viele insektenfreundliche Pflanzen in voller Blüte sehen und die darauf spezialisierten Insekten. Pflanzen und Insekten sind ein besonders gut eingespieltes Team. Während die Pflanzen durch ihre Blütenfarbe, -form, -größe und Gerüche die Insekten anlocken, zeigen diese spezielle Mundwerkzeuge zur Nutzung der Blüten.

Honigbienen und Wildbienen, zu denen auch Hummeln gehören, ernähren sich von Nektar und Pollen und haben nur einen kurzen Rüssel. Daher besuchen sie Blüten, deren Nektar in greifbarer Nähe von einem Zentimeter liegt. Sie bevorzugen Lippen- und Rachenblütler mit rauen Blütenblattflächen, auf deren Unterlippe sie gut landen können. Auf Glockenblumen sind manche Wildbienen spezialisiert, da sie in diese komplett hineinkriechen können. Bevorzugt werden die Farben gelb und blau.

Eine besondere Augenweide ist die Schwarzblaue Holzbiene, die ihren Namen von der Angewohnheit hat, kleine Höhlen mit ihren kräftigen Mundwerkzeugen in morsches Holz zu bohren, um dort ihre Brut aufzuziehen. Sie erreichen eine Körperlänge von bis zu 28 mm, haben einen hummelartigen Körper mit meist schwarzer Behaarung sowie schwärzlich- violett schillernden Flügeln, die sie von anderen Bienen gut unterscheiden. Sie kommen in Südeuropa vor, sind aber seit einiger Zeit auch bei uns zu finden. Die Holzbiene lebt allein, im Gegensatz zur Staaten bildenden Honigbiene. Sie gehört zu den langzüngigen Bienen, deshalb findet man sie zur Nektarsuche besonders auf Lippen-, Korb- und Schmetterlingsblütlern. Sie bevorzugt pollenreiche Pflanzen, unter anderem ist sie häufig auf dem Muskateller- Salbei zu finden. 2024 wurde sie zur Wildbiene des Jahres gekürt.

Der Muskateller- Salbei ist eine der von Bienen bevorzugten Pflanzen und auch in unserem Garten zu finden. Der Muskateller- Salbei, Salvia sclarea gehört in die Familie der Lippenblütengewächse. Er stammt aus dem Mittelmeerraum und ist bei uns nur selten in der freien Natur ausgewildert zu finden, in Gärten pflanzt man ihn seit dem Mittelalter  als Gewürz- und Heilpflanze an. Der Muskateller- Salbei wächst zweijährig und bildet im ersten Jahr eine grundständige Blattrosette, im Folgejahr den aufrechten und reichhaltigen Blütenstand. Die Blätter sind frischgrün, herzförmig und dicht grau behaart, der Stängel ist typisch vierkantig und innen hohl. Die Blütenstände erscheinen endständig, hierbei handelt es sich um Scheinquirle mit bis zu drei Zentimetern langen Lippenblüten. Die Blütenfarbe reicht von hellblau, hellrosa bis violett. Sie riechen angenehm würzig und entwickeln sich nach der Bestäubung zu kleinen, samenreichen Kapseln. Der Muskateller- Salbei hat eine lange Pfahlwurzel und wird 30- 110 cm hoch. Den Namen hat diese Pflanze vom früher üblichen Aromatisieren des Weins.

Tagfalter saugen den Nektar aus tiefen und langen Blütenröhren, die Fliegen und Bienen nicht erreichen können. Der Nektar liegt oft in den meist aufrechten Blüten bis zu vier Zentimetern im Inneren der Blüte verborgen. Bevorzugte Blütenfarben sind rot, gelb oder blau. Die Tagfalter müssen gut auf den Blüten landen können, deshalb werden tellerförmige Blüten mit langen Röhren besonders gern angeflogen.

Die Gewöhnliche Karde bietet solche röhrenförmigen Blüten zur Nektarsuche. Die Gewöhnliche Karde, Dipsacus fullonum gehört zur Familie der Kardengewächse. Sie ist eine zweijährig wachsende, distelartige und bis zu zwei Meter hohe Staude. In einer dichten grundständigen Rosette stehen ihre bis zu 30 cm langen, lanzettlichen Blätter, die mit einer kräftigen Mittelrippe und Stacheln ähnlich einer Distel versehen sind. Halt gibt ihr eine große, rübenartige Wurzel. Der Blütenstand ist walzenförmig, sehr stachelig mit einer Reihe von schmalen, nach oben gerichteten Hüllblättern an seinem Grund. Darin erscheinen die winzigen hellvioletten Röhrenblüten, die ausgehend von der Mitte nach oben und unten weiter erblühen und charakteristische Ringe bilden. Man findet die Staude von Nordafrika über Mitteleuropa bis nach Westasien. Sie ist anspruchslos, pflegeleicht und wird über Samen vermehrt. Vertrocknete Pflanzen können im Winter als Dekoration stehen bleiben.

Käfer werden als erste Bestäuber der Erdgeschichte angesehen, sie fressen bei Blütenbesuchen vor allem den Pollen. Für ihre kurzen, beißenden Mundwerkzeuge ist der Nektar oft zu tief verborgen. Sie sind deshalb auf offenen, gut zugänglichen und pollenreichen Blüten zu finden, häufig auf Doldenblütlern wie Engelwurz, Schafgarbe und Wilde Möhre. Die Blütenfarben bewegen sich im weißlichen bis gelb- bräunlichen Spektrum.

Schwebfliegen konsumieren Nektar und suchen möglichst offen zugängliche Blüten. Sie haben kurze und leckende Mundwerkzeuge und bevorzugen Doldenblütler, Korbblütler oder werden von Fallenblumen angelockt, aus denen sie erst nach der Bestäubung wieder freikommen.